Massagen auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde

Massage nach Dr. Pressel

Wenn wir den Menschen als dreigegliedert betrachten, so, wie es uns Rudolf Steiner mehrfach ausführt, haben wir sehr gute Hinweise für die Therapie.

Gesund ist der Mensch, wenn er harmonisch verbindet den "oberen Menschen" mit dem "unteren Menschen", durch den Vermittler, der im Rhythmischen pulsiert und atmet.

Krankheit entsteht dann, wenn dieses "Oben" (der Nerven-Sinnes-Pol) und "Unten" (das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System), wodurch der Mensch direkt mit der Erdenwelt in Verbindung steht, nicht mehr miteinander in Harmonie sind. Es kann sowohl der obere Pol zu stark als auch zu schwach sein, ebenso der untere.

In der Massage nach Dr. Pressel wird nun versucht, das "Gespräch" zwischen oben und unten wieder zustande zu bringen, zu harmonisieren.

Wechselweise werden dazu Waden und Kreuz, beziehungsweise Rücken und Nacken massiert. Die dabei ins Bewusstsein tretenden Schmerzstellen werden in das Ganze mit auf genommen - das heißt: nicht extra bearbeitet. Wichtig ist es aber, dass der Patient miterlebt und mitempfindet, was der Masseur tastet.

Es ist ja sein Körper und die Schwierigkeiten, die zu den Verdichtungen und Schäden im Gewebe geführt haben, sind seine Schwierigkeiten. Durch das wache Miterleben kann der Patient Bewusstsein dafür entwickeln und so Stufe um Stufe mit seinem Lebensschicksal ins Reine kommen.

Eine weite Hilfe für den Masseur ist das Wissen um die Beziehung zwischen links oben/rechts unten bzw. rechts oben/links unten. Es kann ihm eventuell Aufschlüsse vermitteln über die tieferen Gründe der vom Patienten genannten Beschwerden...

Die Krankheit hat meistens eine lange Anlaufzeit gehabt; so wird die Heilung auch Zeit brauchen. Das fordert oft viel Geduld, sowohl vom Patienten als auch vom Therapeuten.

Massage ist eine sehr alte Kunst. Sie wurde genutzt um den Körper geschmeidig und damit erdentüchtig zu machen. Das volle Ergreifen der Erde war im Altertum Aufgabe und Ziel. Das birgt aber in unserem Entwicklungsstadium die Gefahr, zur Einseitigkeit des Materialismus zu führen.

Dass der Mensch in der geistigen Welt seinen Ursprung hat und dahin auch wieder zurückkehrt - ein Prozess, der sich z. B. im Rhythmus von Schlafen und Wachen zeigt - hat er weitgehend vergessen.

Es kann sich heute nicht mehr darum handeln, nur Härten zu erweichen (wie z. B. in der Sportmassage). Es soll durch die Therapie immer mehr Kosmisches in den Menschen einströmen können, damit er seine Aufgaben im vollen Bewusstsein seiner Verantwortung als Mensch erfüllen kann - dazu will die Massage nach Dr. Pressel eine Hilfe sein.

(Lies Pressel)